Ulf Merbold – Enzyklopädie

Dr. Ulf Dietrich Merbold (* 20. Juni 1941) ist der erste westdeutsche Staatsbürger und der zweite deutsche Ureinwohner (nach Sigmund Jähn), der im All geflogen ist. Er ist außerdem das erste Mitglied des Astronauten-Corps der Europäischen Weltraumorganisation, das an einer Raumfahrtmission teilgenommen hat, und der erste Nicht-US-Bürger, der in einem US-Raumfahrzeug in die Umlaufbahn gelangt ist. 1983 flogen er und Byron Lichtenberg als erste Payload Specialists mit dem Space Shuttle.

Frühes Leben und Ausbildung

Merbold wurde im thüringischen Greiz geboren – nur 40 Kilometer von Sigmund Jähn entfernt, dem ersten Deutschen im All. Beide sind zufällig in der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufgewachsen. Nachdem er 1960 die Schule beendet hatte, wurde Merbold, wie Tausende andere vor dem Bau der Berliner Mauer, in die Bundesrepublik Deutschland überführt. Er studierte Physik an der Universität Stuttgart, promovierte 1968 und promovierte 1976. Anschließend wechselte er zum Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, wo er sich mit Festkörperphysik und Tieftemperaturphysik befasste.

ESA-Karriere [ ]

1978 wählte ihn die Europäische Weltraumorganisation (ESA) zusammen mit Wubbo Ockels und Claude Nicollier zum Nutzlastspezialisten für den Erstflug aus des Spacelab-Moduls. 1982 wurde er zum Hauptnutzlastspezialisten gewählt, und 1983 flog er auf der STS-9-Mission an Bord der Columbia.

Von 1984 bis 1985 war er an der Vorbereitung der ersten deutschen Spacelab-Mission D-1 beteiligt und diente als Backup-Payload-Spezialist für STS-61-A sowie als "Crew Interface Coordinator".

1986 wechselte er zum European Space Technology Center (ESTEC), um am europäischen Columbus-Modul für die Internationale Raumstation zu arbeiten. Ebenfalls 1986 wurde er Leiter des Astronautenamtes der Deutschen Raumfahrtorganisation DLR.

1988 ernannte die NASA Ulf Merbold zum Nutzlastspezialisten für die IML-1-Mission, die im Januar 1992 auf STS-42 gestartet wurde. Im darauffolgenden Jahr war er Wissenschaftskoordinator für die zweite deutsche Spacelab-Mission D-2 (STS-2). 55).

1993 begann er auch mit der Ausbildung zum Fliegen der ersten von zwei gemeinsamen europäisch-russischen Missionen zur Raumstation Mir, Euromir 94. 1994 flog er als erster ESA-Astronaut mit Russland an Bord von Sojus ins All TM-20 und kehrte mit Sojus TM-19 auf die Erde zurück. Während seiner drei Weltraumflüge verbrachte er insgesamt 49 Tage, 21 Stunden und 38 Minuten im Weltraum.

Merbold arbeitet weiterhin für die ESA in der Abteilung für Mikrogravitationsförderung der ESA-Direktion für bemannte Raumfahrt und Mikrogravitation bei ESTEC, ist jedoch nicht länger Mitglied des Europäischen Astronautenkorps.

Privatleben Bearbeiten

Merbold, verheiratet und Vater von zwei Kindern, ist ein begeisterter Segelflugzeugpilot, dem ein eigenes Segelflugzeug gehört. Er hat mehrere Male am Barron Hilton Cup teilgenommen. Er nimmt oft an der jährlichen nationalen Segelflugkonferenz teil.

Externe Links [ Bearbeiten ]


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